Ninjutsu – die Kriegskunst der Samurai und Ninja

Ninjutsu ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Bujinkan Budo Taijutsu. Früher wurde synonym auch die Bezeichnung Ninpo – Weg des Ninjutsu genutzt. Ninjutsu wurde historisch als Sammlung grundlegender Überlebenstechniken im kriegerischen feudalen Japan entwickelt. Die Ninja nutzten ihre Kunst, um ihr Überleben in einer Zeit heftiger politischer Unruhen zu sichern. Ninjutsu umfasste Methoden zum Sammeln von Informationen und Techniken der Infiltration, Vermeidung und Ablenkung. Ninjutsu beinhaltete das Training in Verkleidung, Flucht, Tarnung und Medizin. Fähigkeiten in Bezug auf Spionage und Attentate waren für die Kriegsparteien im feudalen Japan von großem Nutzen. Irgendwann wurden die Fähigkeiten der Spionage allgemein als Ninjutsu bekannt, und die Leute, die sich auf diese Aufgaben spezialisierten, wurden Shinobi no Mono genannt.

Togakushi-jinja
Togakushi Schrein, Japan 2013

Ninjutsu bedeutet wörtlich übersetzt „die Kunst des Erduldens“ oder auch „Die Kunst des ausdauernden Herzens“. Ninja ist die moderne Bezeichnung für die japanischen „Shinobi no Mono“. Ninjutsu beinhaltete Methoden der Informationsbeschaffung und Aufklärung über feindliche Truppen. Man könnte Shinobi als eine Mischung aus Fernspähern und Geheimagenten bezeichnen.

Es sind einige Namen von historischen Personen bekannt, die Ninjutsu mit Sicherheit betrieben und weiterentwickelt haben wie z. B. Minamoto no Yoshitsune, Hattori Hanzō oder Momochi Sandayu. Das japanische Kabuki Theater und später Hollywood haben aus den Shinobi eine Karikatur des tödlichen Schattenkriegers gezeichnet, der mit der historischen Realität wenig gemein hat.

Trainingswaffen
Trainingswaffen

Beim Training wird auch mit zahlreichen historischen und modernen Waffen, wie Schwertern, Stockwaffen, Wurfmessern und Seilen trainiert. Der Weg im Ninpo-Training besteht darin Körper, Geist und Psyche in Balance zu bringen und durch beständiges Training in allen Bereichen Ausdauer zu erlangen.

Ninja Jūhakkei – Die 18 Fächer des Ninjutsu

Die 18 Fächer stammen aus der Ninjutsu-Schule der Togakure Ryu.

  • Bajutsu – Reiten
  • Bōjutsu – Stock- und Stabtechniken
  • Bōryaku – Taktik
  • Chi-mon – Geographie
  • Chōhō – Spionage
  • Hensōjutsu – Verkleidung und Nachahmung
  • Intonjutsu – Flucht und Verhüllung
  • Kayakujutsu – Pyrotechnik
  • Kenjutsu – Schwerttechniken
  • Kusarigamajutsu – Kusarigama (Kettensichel) Techniken
  • Naginatajutsu – Naginata (Hellebarde) Techniken
  • Seishinteki kyōyō – spirituelle Übungen
  • Shinobi-Iri – Tarnen und Infiltrieren
  • Shurikenjutsu – Wurfwaffen Techniken
  • Sōjutsu – Speer Techniken
  • Sui-ren – Schwimmen und tauchen
  • Taijutsu – unbewaffneter Kampf
  • Tenmon – Meteorologie

Die Prinzipien der Kampfkunst gehen dabei weit über den Bereich einfacher Selbstverteidigungstechniken hinaus, sie sind auf alle Bereiche des Lebens anwendbar. Die Weisheiten dieser Tradition können sowohl im beruflichen Alltag, als auch in der Familie helfen Spannungen und Konflikte zu lösen und sich selbst und Andere besser zu verstehen.

Durch beständige Übung wird eine Ausdehnung der Achtsamkeit erreicht, die sich beim Übenden in jedem Teil des Lebens zum Ausdruck bringen kann.