Lehrer und Tradition

Der eigene Weg in der Kampfkunst entsteht nie allein. Er wird geprägt durch Lehrer, Trainingspartner und die Erfahrungen, die man über viele Jahre sammelt.

Auf meinem Weg im Bujinkan hatte ich das große Glück, von verschiedenen Lehrern lernen zu dürfen, die mich auf unterschiedliche Weise geprägt haben. Jeder von ihnen hat einen Teil zu meinem Verständnis von Budō beigetragen – technisch, menschlich und in der Haltung zum Training.

Ein besonderer Dank gilt meinen früheren Lehrern, bei denen ich wichtige Grundlagen des Trainings und des Verständnisses für die Kampfkunst entwickeln konnte. Ihre Geduld, ihr Wissen und ihre Bereitschaft zu unterrichten haben meinen Weg nachhaltig beeinflusst.

Heute trainiere ich unter der Anleitung meines Lehrers Rob Renner, dessen Unterricht und Verständnis der Bewegung einen großen Einfluss auf meine aktuelle Entwicklung haben. Sein Training erinnert mich immer wieder daran, dass Budō kein Ziel ist, das man erreicht, sondern ein Weg, den man kontinuierlich weitergeht.

Auch die regelmäßigen Besuche im Honbu Dōjō in Japan bei Sōke Dr. Masaaki Hatsumi haben mein Verständnis des Bujinkan entscheidend geprägt. Dort wird immer wieder deutlich, wie tief und vielschichtig diese Kampfkunst ist – und wie wichtig es ist, mit offenem Geist zu trainieren.

Dieser Weg des Lernens und Weitergebens ist ein zentraler Teil dessen, was das Training im Gokui Dōjō ausmacht.

Hayong Yun – Eiryu Dojo

Der eigene Weg in der Kampfkunst entsteht selten geradlinig. Er wird geprägt von Begegnungen mit Lehrern, Trainingspartnern und den Erfahrungen, die man über viele Jahre auf der Matte sammelt. Rückblickend lässt sich erkennen, wie stark einzelne Menschen den eigenen Blick auf Budō, Bewegung und Training beeinflussen können.

Mein persönlicher Weg begann im Jahr 2003 bei Hayong Yun. Sein Unterricht und seine Haltung zur Kampfkunst haben mich sowohl persönlich als auch als Kampfkünstler nachhaltig geprägt. In dieser frühen Phase meines Trainings lernte ich die grundlegenden Prinzipien des Bujinkan Budo Taijutsu kennen: Bewegung aus der Struktur des Körpers, Aufmerksamkeit für Distanz und Timing sowie ein Training, das über reine Technik hinausgeht. Hayong Yun verbindet seine Arbeit im Budō mit einem ganzheitlichen Verständnis des Menschen und beschäftigt sich auch beruflich mit Themen wie Osteopathie, Körperarbeit und persönlicher Entwicklung. In seiner Arbeit steht der Mensch als Ganzes im Mittelpunkt, was sich auch im Training widerspiegelt. Über ihn kam ich auch mit seinen Lehrern Brin und Natascha Morgen in Kontakt.

Brin & Natascha Morgan – Shadow Warrior Ninjutsu Society

Ihre Seminare und ihre Hingabe an die Kampfkunst haben mich immer wieder beeindruckt. Besonders Brin Morgan hat mich stark geprägt. Als Ausbilder bei den Royal Marines brachte er eine außergewöhnliche Kombination aus militärischer Erfahrung und tiefem Verständnis für Kampfkunst in das Training ein. Sein Hintergrund im militärischen Training, seine Kenntnisse im Bereich Survival, sichere Waffenhandhabung sowie sein Zugang zu den klassischen Disziplinen des Ninpo vermittelten eine sehr klare und kompromisslose Sicht auf das, was Kampfkunst im Ernstfall bedeutet. Dieses harte, praxisorientierte Training hat meinen eigenen Zugang zur Kampfkunst nachhaltig beeinflusst.

Auch Natascha Morgan hat auf ihre eigene Weise einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Sie verkörperte eine natürliche Stärke und Präsenz, die im Training sofort spürbar war. Ihr Taijutsu war außergewöhnlich – ruhig, präzise und gleichzeitig von großer Durchsetzungskraft. Bei ihr konnte man erleben, wie effektiv und klar Bewegung sein kann, wenn Timing, Distanz und Körperstruktur perfekt zusammenkommen.

Die Seminare mit beiden waren für mich stets intensive Lernerfahrungen. Ihre Hingabe an die Kampfkunst und die Ernsthaftigkeit, mit der sie trainierten und unterrichteten, haben meinen eigenen Weg im Budō maßgeblich beeinflusst.

Rob Renner – ZeroPoint Dojo

Heute lerne ich hauptsächlich innerhalb der ZeroPoint-Gemeinschaft unter der Anleitung von Rob Renner. Rob trainiert seit den 1980er-Jahren im Bujinkan, lebt seit vielen Jahren in Japan und hat dort tausende Stunden direkt bei Hatsumi Sensei und den führenden Shihan des Bujinkan trainiert. Durch diese intensive Nähe zum Honbu Dojo konnte er tiefe Einblicke in die Bewegungsprinzipien des Taijutsu gewinnen.  

Sein Unterricht zeichnet sich durch eine sehr klare und systematische Herangehensweise aus. Ziel ist es, die oft subtilen Prinzipien von Hatsumi Senseis Budō verständlich und praktisch erfahrbar zu machen. Dabei steht nicht das Sammeln möglichst vieler Techniken im Vordergrund, sondern das Verständnis grundlegender Bewegungsprinzipien. In seinem Training werden diese Prinzipien Schritt für Schritt vermittelt, sodass sie in realistischen Situationen anwendbar werden.  

Die ZeroPoint-Gemeinschaft bietet dafür einen strukturierten Rahmen, in dem Schüler aus verschiedenen Ländern gemeinsam lernen und trainieren können. Dieser Austausch hat mein eigenes Training in den letzten Jahren stark beeinflusst und erweitert.

Wenn ich heute auf meinen bisherigen Weg zurückblicke, wird deutlich, dass er von vielen Menschen geprägt wurde. Jeder Lehrer hat einen eigenen Zugang zur Kampfkunst und bringt unterschiedliche Perspektiven ein. Genau diese Vielfalt ist es, die den Weg im Budō lebendig hält.

Der Respekt vor den eigenen Lehrern und vor der Tradition des Trainings ist ein wichtiger Bestandteil der Kampfkunst. Gleichzeitig bleibt der Weg immer offen. Man lernt weiter, entwickelt sich weiter und entdeckt bekannte Dinge immer wieder neu.

In diesem Sinne verstehe ich auch das Training im Gokui Dojo: als Teil einer langen Tradition des Lernens, Weitergebens und gemeinsamen Trainings.

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